BAO-KANADA-REISE 2005
14.05.-27.05.2005
Bericht und Bilder von Rolf Häderle
Am Freitagmorgen um 8.30 Uhr begann unsere große Reise nach Westkanada mit einem Bus
der Fa. Seitz zur Fahrt auf den Frankfurter Flughafen. Bei 2/3 der Strecke gerieten wir auf der
Autobahn in einen Stau und die Zeit zum Einchecken und Abflug um 14.00 Uhr wurde immer
knapper. Da wurden wir doch nervös. Zum Glück reichte es doch noch, wenn auch etwas knapp.
Pünktlich um 14.00 Uhr startete unser Flugzeug, der Air-Canada Flug AC 845, Airbus 330, um uns
sicher nach Calgary zu bringen. Wir landeten dort um 15.45 Uhr Ortszeit planmäßig. Am Flughafen
holten uns der Reiseleiter Victor Perfanov und unser Busfahrer Pierre ab, um uns in unser Hotel in
Canmore zu bringen. Die Beiden sind für die nächsten zwei Wochen unsere Begleiter. Zuvor starteten
wir noch zu einer Rundfahrt durch Calgary. Die Fahrt war sehr lehrreich. Calgary war eine
Olympiastadt. In Canmore angekommen bezogen wir sofort unser Quartier im Hotel Rocky
Mountain Ski Lodge.
Am zweiten Tag ging es in den Bannf / Yoho Nationalpark. Einer der schönsten Nationalparks der
Kanadischen Rockies ist der Yoho Nationalpark. Das Wort Yoho kommt von den Cree-Indianern.
Es drückt ein Gefühl des Staunens aus, das jeden ergreift, der die Wasserfälle, Seen und Berge im
Gebiet der Flüsse Kicking Horse und Yoho erblickt. Durch das Tal führt auch die Strecke der
Canadian Pazifik Railway. Die Besonderheit der Strecke sind die Spiraltunnel mit 270 Grad
Spiralen-Serpentinen. Vom Aussichtspunkt an der Yoho Valley Street kann man beobachten, wie
die extrem langen Züge (bis 100 Wagen und mehr) die Tunnels durchqueren. Während die Spitze
des Zuges schon wieder aus dem Tunnel herausfährt sind die letzten Wagen noch nicht im Tunnel.
Bei der Weiterfahrt auf dem Trans Canada Highway zweigt man ab und fährt zum Emerald
Lake. Auf dem Weg dahin machten wir einen Stopp, um uns die Natural Bridge, einer
Steinbrücke, die der tobende Kicking Horse River in den Fels gefressen hat. Der Emerald
Lake, der größte See des Parks, liegt verträumt mit smaragdgrünem Wasser in der Mitte des
Parkes. Der Banff Nationalpark ist der älteste Naturpark. In seinem Tal fließt der Bow River. Beim
Zusammenfluss mit dem Spray River liegt der Hauptort des Parks Banff. Die Stadt wird umrahmt
vom markant gekippten Massiv des Mt. Rundle (2950 m) und des mächtigen Cascade Mountain.
Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung.
Am dritten Tag hatten wir ein sehr volles Programm mit dem Besuch des Jasper National Park.
Zunächst fuhren wir an den Lake Luise, wo das imposante Chateau Lake Luise vor der berühmten
Kulisse des gleichnamigen Sees und dem gegenüberliegenden Victoria Gletscher thront. Dort
besuchten wir auch den Bahnhof von Lake Luise. Der Bahnhof war nämlich Drehort für den Film
Dr. Schiwago. Der Name Louise kommt von der Tochter der Königin Victoria von Großbritannien,
der Prinzessin Louise Caroline Alberta.
Anschließend ging es weiter auf den Highway 93, der
früher bei den Pelzhändlern Wunderpfad hieß. Es ist eine unvergleichliche Landschaft, die uns dort
erwartet. Stäubende Wasserfälle, romantische Seen und Canyons und vor allem blütenweisse
Gletscher. Nach der Besichtigung ging es weiter zu unserem nächsten Domizil. Zuerst besuchten
wir noch den Sunwapta Fall, der vom Sunwapta-Tal 55 m in das Athabasca-Tal stürzt. Nun
erreichten wir nach langer Fahrt unser Ziel. Es ist das Sunwapta Falls Resort. Es ist eine rustikale
Unterkunft mit Haupthaus und Blockhütten, die aber gut ausgestattet waren. Die Anlage war mitten
im Wald und noch im Park. In der zweiten Nacht war sogar ein Bär in der Anlage.
Am vierten Tag besuchten wir den Maligne Lake, dem zweitgrößten Gletschersee der Welt mit
einem einmaligen Bergpanorama. Er gilt als meistfotografiertester Ort der Rockies. Leider hatten wir
an diesem Tag etwas Pech mit dem Wetter. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den Maligne
Canyon mit einem Spaziergang entlang des Canyons. Wir kehrten dann wieder nach Sunwapta
Falls zurück.
Am fünften Tag verließen wir den Jasper-Nationalpark auf der alten Goldgräberroute. Auf der Fahrt
nach Clearwater machten wir noch in den Rockies halt und zwar auf dem Parkplatz mit Sicht auf
den Mount Robson ( 3954 m), dem höchsten Berg der Kanadischen Rockies. Er ist am Gipfel
selten frei von Wolken. Wir hatten das Pech oder Glück, daß wir bis kurz unter den Gipfel freie
Sicht hatten. Bei der weiteren Fahrt hatten wir das Glück, aus dem Bus noch 5-6 Bären zu sehen,
darunter war sogar eine Mutter mit Kind. Nach dem Verlassen der Rockies fuhren wir noch in einen
landschaftlich schönen Park, den Wells Gray Park. Wir fuhren mit dem Bus über eine ganz
schmale Brücke, besichtigten danach 3 Wasserfälle, den Dawson Fall, den Spahats Fall, genannt
der kleine Niagara. Als letzten den Helmcken Fall. Zum Abendessen fuhren wir zu einer Ranch mit
dem Namen Black Horse Saloon. Es ging dort sehr urig zu. Zum Essen bekamen wir Steaks vom
Grill und verschiedene Salate und einen Nachtisch, der von Marcus und Günter in Verkleidung
serviert wurde. Der Mann am Grill war ein gebürtiger Österreicher. Nun ging es zu unserer
nächsten Übernachtungsstätte, dem Ace Western Motel in Clearwater.
Am sechsten Tag ging es von Clearwater aus weiter in Richtung Norden, immer noch auf der alten
Goldgräberroute. Bei 100 Mile House, einem ehemaligen Versorgungsstützpunkt auf dem Weg zu
den Goldminen, hatten auch wir einen Stopp, um Einkäufe zu tätigen. Der Ort ist auch heute
Einkaufstätte für die Bewohner der weiteren Umgebung, denn die Ranchen liegen sehr weit
auseinander und es sind immer große Strecken zu fahren, um einkaufen zu gehen. Besonders im
Winter, wenn es sehr viel Schnee hat oder sehr kalt ist, werden Vorräte für mehrere Wochen
eingekauft. Weiter ging es nach Williamslake. In Williamslake verließen wir die Hauptstraße und
fuhren weiter zu unserer nächsten 2 Übernachtungen. Es ging auf eine Ranch. Der Name ist
Springhouse Trails Ranch. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Als wir bei der Begrüßung
schwäbische Laute hörten, wussten wir warum. Die Besitzer waren aus Freiberg am Neckar und
sind vor 25 Jahren nach Kanada ausgewandert. Wir bezogen dann sofort unsere Zimmer und machten es uns gemütlich.
Den siebten Tag hielten wir uns auf der Ranch auf. Von Vielen wurde die Gelegenheit um einmal
Reiten zu können genutzt. Es bildeten sich drei Gruppen. Zwei Gruppen waren morgens unterwegs, eine
Gruppe am Nachmittag. Die Wanderer hatten die Gelegenheit wahrgenommen, unter der
Leitung von der Mutter der jetzigen Besitzerin der Ranch eine 2 ¼ stündige Wanderung zu unternehmen.
Sie erzählte uns viel Wissenswertes von der Ranch aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Es
war sehr lehrreich. Zum Abschluss des Tages war ein Grillabendessen im Freien vorgesehen. Da
aber ein sehr kalter Wind ging wurde es kurzerhand in den Essraum verlegt. Nach
dem Essen wurde es ein schöner und gemütlicher Abend. Ein befreundetes Ehepaar unserer
Rancherin kam vorbei und brachte ein Akkordeon mit. Günter Antl spielte Unterhaltungsmusik,
sehr zur Freude der Besitzerin des Instrumentes.
Am achten Tag fuhren wir morgens von der Ranch ab Richtung Süden. Gegen Mittag kamen wir zu der
historischen „Hat Creek Ranch“. Sie diente in der Zeit der ersten Landbesiedlung und während des
Cariboo Goldrausches als Raststätte für Postkutschenpassagiere, Frachtwagenfahrer und
durchziehende Goldgräber. Eine Führerin zeigte und erklärte uns, wie die Indianer und die Siedler
damals lebten. Als wir abfahren wollten sahen wir, wie unser Busfahrer Pierre an seinem Bus
herumschraubte. Die Hydraulik für die Bremsen machte Schwierigkeiten. Dadurch hatten wir eine
Stunde Verspätung bis es weiter ging. Wir fuhren dann zu den Küstenbergen am Fraser River
entlang über die „Duffy Lake Road“, eine spektakuläre Panoramastrasse mit atemberaubenden
Ausblicken auf Seen, mächtige Berggipfel und die Gletscher der Küstenberge. Ca. 40 Kilometer
vor Whistler vor einer sehr steilen Abfahrt hielt Pierre an und ließ uns über Victor mitteilen; dass er es
nicht verantworten könnte, mit den Hydraulikproblemen hier herunter zu fahren. Er besorgte einen
Ersatzbus, der uns nach einer Stunde sicher nach Whistler brachte. Leider konnten wir das
Indianerresevat nur bei Dunkelheit anschauen. Auch von Whistler sahen wir am Abend nicht mehr
viel. Nach Ankunft am „Best Western Listel Hotel“ bezogen wir sofort unsere Zimmer. Leider
mussten wir uns von Pierre, unserem liebenswerten, netten, höflichen und seinen Bus in Ordnung
haltenden Busfahrer verabschieden.
Am neunten Tag bei der Abfahrt konnten wir noch einen Teil von Whistler anschauen, das uns an St.
Moritz erinnerte. Übrigens ist Whistler der nächste Winter-Olympiade-Ort. Unser neuer Busfahrer
heißt Phil. Wir begaben uns dann auf den Trans Canada Highway Richtung Vancouver, der uns
auch noch viel sehenswerte Landschaft zeigte. In Vancouver Nord fuhren wir an den Fährhafen um
uns auf unsere Fähre nach Vancouver Island zu begeben. Nach einer 1 1/4 stündigen Überfahrt
legten wir im Hafen von Nanaimo an. Weiter ging es zu einer Inselrundfahrt mit verschiedenen
Sehenswürdigkeiten. Am späten Nachmittag kamen wir dann in Victoria, der Hauptstadt von
Britisch Columbia, an. Wir checkten dann im „Traveller's Inn Downtown“ ein. Anschließend an das
Beziehen der Zimmer erkundeten wir noch die nähere Umgebung.
Schon haben wir den zehnten Tag unserer Reise. Der Tag war zur freien Verfügung. An diesem Tag war
der Victoria Day, an dem der Geburtstag von Königin Elisabeth II gefeiert wird. Sie hat zwar
am 18. April Geburtstag, aber da es um diese Zeit in Kanada noch kalt ist wird er am dritten Montag im
Mai gefeiert. Mit einem etwa 4 stündigen Umzug durch die Stadt beginnt der Tag. Es nahmen
Militär, Historische und Gegenwart, Schulen, Feuerwehr und Vereine aus der ganzen Provinz teil.
Nachmittags besuchten wir die Sehenswürdigkeiten, wie unter anderem das The Fairmont Empress
Hotel, das Parlament, Inner Harbour und noch weitere Gebäude.
Der elfte Tag brachte uns die Überfahrt nach Vancouver. Wir fuhren vom Hafen Sydney aus entlang
der Vorinseln von Vancouver, kurze Zeit auf amerikanischem Hoheitsgebiet, zum Hafen von
Vancouver. Als wir wieder das Festland betraten fuhren wir in den Stadtkern von Vancouver. Vor
dem Mittagessen machten wir einen Teil der Stadtrundfahrt, den restlichen Teil am Nachmittag.
Zuerst besuchten wir den Stadtkern, fuhren zur Dampfuhr, machten Halt am ehemaligen
kanadischen Pavillon der Expo 1986, er wurde in der Form des Buges eines Segelschiffes aus
dem 19. Jahrhundert gestaltet und ragt in den Fjord Burrad Inlet hinein. Heute ist es ein
Konferenzzentrum mit Hotel und ein Passagierschiffterminal. Weiter ging es unter die
Grainvillebrücke, wo sich ein lebhafter Markt befindet. Umgeben von Galerien, Theatern, Bars und
guten Restaurants. Das Gelände war früher Standort von Fabriken verschiedener Industrien. Heute
ist nur noch die Zementindustrie übriggeblieben. Am Nachmittag ging es in den Stanley Park. Er
wurde nach dem Kanadischen Generalgouverneur Lord Stanley benannt. Er ist eine der schönsten
Grünanlagen der Stadt. Er ist ein urwüchsiger Regenwald mit über 800 jährigen Bäumen und
lieferte früher das Holz für Blockhäuser und Totempfähle der Salisch-Indianer. Wir schauten uns noch
die Granville Bridge und der The Lions Gate an. Danach ging es zum letzten Hotel unserer Reise.
Es war das Howard Hansen Hotel. Ein Hotel, das mitten in der Stadt lag. Die Nacht war für einige
von uns, die ihre Zimmer an der Straße hatten, sehr laut. Unser Hotel lag an der Jugendstraße,
umgeben von Discos und sonstigen Vergnügungsstätten. Andere, die Ihre Zimmer im vierten oder fünften
Stock hatten, war es sehr heiß und mit Klimaanlage war es auch nichts.
Den zwölften Tag hatten wir zur freien Verfügung. Da konnte die Stadt noch mal zu Fuß erkundet
werden. Einkäufe getätigt werden oder im Strandbad sich erholen und bräunen lassen.
Der 13. Tag war der Tag der Abreise. Morgens fuhren wir zum Airport von Vancouver. Von dort
aus flogen wir mit Air-Canada Flug 212 1 ½ Stunden nach Calgary. Nach 2 Stunden ging es
weiter zu einem 9.21 stündigen Flug mit Air Canada Flug 844 nach Frankfurt.
Am 14. Tag erwartete uns nach der Landung in Frankfurt eine brütend heiße Hitze um die 30 Grad
und ein Bus der Fa. Seitz mit einer schlechten Klimaanlage und brachte uns nach Berkheim
zurück.
Ein jeder der Teilnehmer sprach von einer gelungenen, schönen, mit vielen neuen Erfahrungen
und neuem Wissen geprägten Reise. Von der Reise kann man noch lange sprechen und in
Errinerungen schwelgen.
Für die Organisation der Reise, für die viel Arbeitaufwand notwendig war, ist Angelika Blessing ein
ganz großer Dank auszusprechen.
